Was bedeutet das OK Compost-Zertifikat und wie unterscheidet man es von einem gewöhnlichen Bio-Zertifikat?
Ein grünes Blatt, die Aufschrift „Bio“, das Schlagwort „Öko“. Theoretisch klingt das alles gut. In der Praxis? Da sieht es mal so, mal so aus. Wenn du ein Restaurant oder einen Catering-Service betreibst oder einfach nur verantwortungsbewusst wählen möchtest – das Schlagwort „biologisch abbaubar“ allein reicht nicht aus. Was zählt, ist, ob das Produkt ein echtes Zertifikat für biologische Abbaubarkeit hat und nicht nur ein Marketing-Label. Eines der bekanntesten Kennzeichen in Europa ist OK Compost. Aber was bedeutet das genau? Und garantiert es tatsächlich, dass sich die Verpackung in der Kompostieranlage zersetzt? Schauen wir uns das Schritt für Schritt an.
Was bedeutet das OK Compost-Zertifikat und wer vergibt es?
Das OK Compost-Zertifikat bestätigt eines: Das Produkt erfüllt die europäischen Normen für Kompostierbarkeit. Dabei geht es unter anderem um die Norm EN 13432. Es handelt sich nicht um einen Aufkleber „auf Ehrenwort“. Das Zeichen wird von der unabhängigen Zertifizierungsstelle TÜV Austria vergeben. Das heißt, jemand von außen prüft es. Im Labor. Auf der Grundlage von Untersuchungen, nicht von Herstellerangaben.
Damit ein Produkt das OK Compost-Zeichen tragen darf, muss es bestimmte Tests bestehen. Geprüft wird unter anderem:
der Grad der biologischen Abbaubarkeit innerhalb eines bestimmten Zeitraums,
Zersetzung des Materials in Fragmente kleiner als 2 mm,
keine negativen Auswirkungen auf die Qualität des Komposts,
das Fehlen von Schwermetallen über den zulässigen Grenzwerten.

Klingt technisch? Ein bisschen schon, aber in der Praxis geht es um etwas Einfaches. Das Material sollte innerhalb von maximal 6 Monaten zu mindestens 90 % biologisch abbaubar sein . Außerdem darf der Prozess keine giftigen Rückstände hinterlassen. Der Kompost muss sicher sein.
Und hier liegt der Unterschied. Das ist eine ganz andere Stufe der Glaubwürdigkeit als die allgemeine Aufschrift „Öko-Zertifikat“ oder „Bio-Zertifikat“. Solche Schlagworte werden sehr breit verwendet. Manchmal präzise, manchmal nur aus Marketinggründen.
In unserem Bio-Großhandel SlowPack achten wir oft auf ein Detail: Das Zertifikat für ein Bio-Produkt sollte sich auf eine konkrete Norm beziehen. Nummer, Institution, Prüfumfang – das ist entscheidend. Nur das Wort „Bio“ auf der Verpackung? Ehrlich gesagt – das garantiert noch gar nichts.
Wenn du tiefer in das Thema einsteigen und genau prüfen möchtest, was biologische Abbaubarkeit ist, welche Zeichen sie bestätigen und welche Kunststoffe sich tatsächlich zersetzen – haben wir ein separates, eher technisches Material vorbereitet.
Was ist der Unterschied zwischen einem Zertifikat für biologische Abbaubarkeit und einem gewöhnlichen Öko-Zertifikat?
Ein Zertifikat für biologische Abbaubarkeit bestätigt die Zersetzung des Materials unter bestimmten Bedingungen, während ein Öko-Zertifikat ganz andere Aspekte betreffen kann. Dies ist ein häufiger Interpretationsfehler. Kunden verwechseln Begriffe wie:
Bio-Zertifikat,
Öko-Zertifikat,
Öko-Zertifikat,
Bio-Lebensmittelzertifikat
Das Bio-Lebensmittelzertifikat bezieht sich hingegen auf die Art der Lebensmittelproduktion – ohne Pestizide, GVO oder Kunstdünger. Es hat nichts mit der Kompostierbarkeit der Verpackung zu tun. Ebenso kann ein allgemeines Bio- oder Öko-Zertifikat die Übereinstimmung mit einem bestimmten Produktionssystem bedeuten, muss aber nicht bestätigen, dass sich das Material in einer Kompostieranlage zersetzt.
Wenn Sie also nach Verpackungen für die Gastronomie suchen, achten Sie insbesondere auf:
die Norm EN 13432,
die Kennzeichnung OK Compost INDUSTRIAL oder OK Compost HOME,
die Zertifikatsnummer.
Unserer Meinung nach ist dies der einzige Weg, um Greenwashing zu vermeiden. Die Aufschrift „Öko“ allein löst das Abfallproblem nicht.
Wenn Sie besser verstehen möchten, worin sich die Kennzeichnungen unterscheiden und wie ökologische BIO-Zertifikate in der Praxis aussehen, werfen Sie einen Blick in unseren Leitfaden darüber, wie man sie erhält und was sie kosten. Das ist ein guter Ausgangspunkt, bevor Sie eine Kaufentscheidung treffen.
OK Compost INDUSTRIAL oder OK Compost HOME? Das macht wirklich einen Unterschied
OK Compost INDUSTRIAL steht für Kompostierbarkeit unter industriellen Bedingungen, während OK Compost HOME die e in einem Hauskompostierer bezeichnet. Der Unterschied ist enorm.
Die industrielle Kompostierung erfolgt bei einer Temperatur von etwa 55–60 °C unter kontrollierter Feuchtigkeit und Belüftung. Unter solchen Bedingungen zersetzen sich biologisch abbaubare Becher oder Verpackungen aus PLA deutlich schneller. Zu Hause ist die Temperatur niedriger und der Prozess dauert länger. Deshalb erfordert das OK Compost HOME-Zeichen noch strengere Tests.
Wenn du einen Catering-Service oder ein Restaurant betreibst und eine industrielle Kompostieranlage nutzt, reicht das „Industrial“-Label aus. Wenn deine Kunden ihre Abfälle zu Hause kompostieren, solltest du auf die „Home“-Version achten. Bei SlowPack empfehlen wir, immer zu prüfen, welche Art von Zertifikat ein Produkt besitzt. Das ist ein Detail, das den Unterschied macht.
Wie lassen sich zertifizierte Produkte in der Gastronomie und im Catering einsetzen?
Zertifizierte kompostierbare Verpackungen reduzieren die Menge an Abfall, die auf Deponien landet, erheblich. In der Praxis kannst du die Umstellung schrittweise vornehmen.
Für den Anfang eignen sich biologisch abbaubare Becher für Heißgetränke – insbesondere solche mit einer Dispersionsschicht auf Wasserbasis oder aus PLA mit OK-Compost-Zertifizierung. Im Catering bewähren sich Catering-Behälter aus Zuckerrohr. Dieses Material ist temperatur- und fettbeständig und erfüllt gleichzeitig die Kompostierbarkeitsstandards.
Wenn Sie Speisen zum Mitnehmen anbieten, verringern biologisch abbaubare Take-away-Verpackungen mit EN 13432-Zertifizierung den ökologischen Fußabdruck Ihrer Marke. Bei Veranstaltungen und Outdoor-Events kommt zunehmend ökologisches Besteck aus Holz oder CPLA zum Einsatz – langlebig und gleichzeitig kompostierbar. Im Einzelhandel bewähren sich ökologische Tragetaschen aus FSC-zertifiziertem Papier oder aus kompostierbaren Materialien.
Wir bei SlowPack stellen fest, dass Kunden immer häufiger nicht mehr fragen, ob etwas „ökologisch“ ist, sondern ob es über ein konkretes Zertifikat für biologische Abbaubarkeit verfügt. Das ist ein Bewusstseinswandel, der wirklich spürbar ist.
Das wachsende Umweltbewusstsein der Gesellschaft führt dazu, dass Kunden immer häufiger nach konkreten Normen und Zertifikaten fragen. Wenn du sehen möchtest, wie sich dieser Wandel auf den Markt auswirkt und welche realen Alternativen zu Kunststoff es heute gibt – lies unseren ausführlichen Artikel zu diesem Thema.
Ist das OK Compost-Zertifikat eine Garantie für eine verantwortungsbewusste Wahl?
Das OK Compost-Zertifikat bestätigt die Einhaltung der Kompostierbarkeitsnormen, entbindet jedoch nicht von der verantwortungsvollen Mülltrennung. Das ist wichtig. Ein Produkt mit der Kennzeichnung OK Compost INDUSTRIAL sollte in den Bioabfallstrom gelangen, der zur industriellen Kompostieranlage geleitet wird. Wenn es im Restmüll landet, wird sein Kompostierungspotenzial nicht ausgeschöpft. Deshalb bedeutet Veränderung nicht nur Kauf, sondern auch Aufklärung.
Wir bei SlowPack glauben, dass die Zukunft den Lösungen gehört, die Folgendes vereinen:
ein durch Untersuchungen bestätigter Öko-Zertifikat,
echte biologische Abbaubarkeit,
transparente Kommunikation für den Verbraucher.
OK Compost ist kein leeres Schlagwort. Es handelt sich um eine konkrete Norm, konkrete Tests und messbare Abbauparameter. Und je mehr Unternehmen sich bewusst für zertifiziertes Öko-Geschirr und -Verpackungen entscheiden, desto größer ist die Chance, dass „biologisch abbaubar“ nicht mehr nur ein Modewort ist, sondern zum Standard wird.
Wenn du dein Wissen ordnen und prüfen möchtest, welche Öko-Zertifikate in der Gastronomie und im Handel wirklich von Bedeutung sind, haben wir eine Übersicht der wichtigsten Kennzeichnungen mit einer Erklärung zusammengestellt, warum es sich lohnt, sie zu kennen.
Häufig gestellte Fragen zum Pfandsystem
Bedeutet das OK Compost-Zertifikat, dass sich das Produkt unter allen Bedingungen zersetzt?
Nein. Es bedeutet, dass es sich unter bestimmten Bedingungen zersetzt – industriell (industrial) oder im Haushalt (home), je nach Zertifizierungsversion.
Ist die Aufschrift „biologisch abbaubar“ dasselbe wie OK Compost?
Nein. Die Bezeichnung selbst ist eine Herstellerangabe, während OK Compost die Bestätigung der Konformität mit der Norm EN 13432 und das Ergebnis von Labortests darstellt.
Wer vergibt das OK Compost-Zeichen?
Das Zertifikat wird von der unabhängigen Stelle TÜV Austria nach Durchführung von Materialtests vergeben.
Wie lange dauert es, bis sich das Produkt in einer industriellen Kompostieranlage zersetzt?
Mindestens 90 % des Materials müssen sich unter kontrollierten Bedingungen innerhalb von 12 Wochen zersetzen.
Wodurch unterscheidet sich OK Compost INDUSTRIAL von OK Compost HOME?
Die Version „INDUSTRIAL“ gilt für industrielle Kompostieranlagen mit einer Temperatur von etwa 55–60 °C, während „HOME“ für Hauskompostieranlagen mit niedrigeren Temperaturen gilt.
Bedeutet das Bio-Zertifikat für Lebensmittel, dass die Verpackung kompostierbar ist?
Nein. Das Bio-Zertifikat für Lebensmittel bezieht sich auf die Art der Lebensmittelherstellung und nicht auf die Eigenschaften der Verpackung.
Wie kann man überprüfen, ob ein Produkt wirklich über ein Zertifikat für biologische Abbaubarkeit verfügt?
Achten Sie auf das OK Compost-Zeichen, die Norm EN 13432 und die Zertifikatsnummer.
Kann man ein Produkt mit OK Compost in den Restmüll werfen?
Ja, aber dann wird sein Kompostierungspotenzial nicht ausgeschöpft – es sollte in den Bioabfall gegeben werden.
Ist OK Compost eine Garantie für ein vollständig ökologisches Produkt?
Es ist eine Garantie für die Kompostierbarkeit gemäß der Norm, deckt jedoch nicht alle Umweltaspekte ab, z. B. den Transport oder die Rohstoffproduktion.
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